Neuromuskuläre Erkrankungen

02. März 2015

Neuromuskuläre Erkrankungen betreffen die Regionen des menschlichen Körpers, die sich außerhalb des zentralen Nervensystems befinden. Bei neuromuskulären Erkrankungen können sowohl die sogenannten peripheren Nerven, als auch die Muskulatur, sowie in seltenen Fällen die chemische Übertragung von den Nerven auf den Muskel betroffen sein.

Diagnose (inkl. besonderer diagnostischer Verfahren)

Neuromuskuläre Erkrankungen betreffen die Regionen des menschlichen Körpers, die sich außerhalb des zentralen Nervensystems befinden. Bei neuromuskulären Erkrankungen können die sogenannten peripheren Nerven, als auch die Muskulatur sowie in seltenen Fällen die chemische Übertragung von den Nerven auf den Muskel betroffen sein. Bei Erkrankungen der Nerven ist die häufigste Erkrankung die Polyneuropathie. Hier kommt es zu einer Schädigung mehrerer Nerven. Meistens treten diese an beiden Füßen auf und können sich langsam zu den Unterschenkeln ausbreiten. Im Vordergrund der Beschwerden stehen Taubheitsgefühle; eine Kraftminderung wird von den Betroffenen erst später im Verlauf bemerkt.

Um die Diagnose einer neuromuskulären Erkrankung stellen zu können, werden neben der Krankengeschichte und einer neurologischen Untersuchung regelmäßig die Nerven mittels Elektrizität gemessen. Hierbei handelt es sich um die Neurographie. Die Funktion der Muskeln kann mittels der Elektromyographie bestimmt werden. Unterstützend werden zur Diagnosesicherung Untersuchungen des Blutes und des Nervenwassers durchgeführt. In Einzelfällen kann eine Kernspintomographie der Muskulatur erfolgen. Ggf. wird eine Probebiopsie eines Teils des Nerves oder der Muskulatur entnommen, um eine definitive Diagnose stellen zu können.

Ursache

Die peripheren Nerven und die Muskeln stellen eine Einheit dar. Kommt es zu Schädigungen eines Nervs, dann sind die von diesem Nerven versorgten Muskeln ebenfalls betroffen, da diese sich dann nicht mehr entsprechend angesteuert werden können. Zusätzlich kommt es meist zu einem Taubheitsgefühl in den entsprechenden Arealen und der Arzt kann bereits an dem Ausfallsmuster erkennen, in welchem Bereich die Schädigung des Nervs zu vermuten ist. Schädigungen der peripheren Nerven haben als Ursache in den meisten Fällen eine Polyneuropathie. Wichtig ist dann, die Ursache der Polyneuropathie zu erkennen, da nur dann eine Therapie eingeleitet werden kann. Meistens handelt es sich hierbei um ein schädigendes Agens, wie ein unzureichend eingestellter Diabetes mellitus oder ein chronischer übermäßiger Alkoholkonsum. Aber auch Mangelzustände, wie ein Vitamin-B-Mangel, kann zu Schädigungen führen. Direkte Erkrankungen der Muskulatur betreffen meist nicht nur einen Muskel isoliert, sondern stellen häufig einen generalisierten Prozess dar. Meistens handelt sich um diffuse Entzündungen der Muskulatur unterschiedlicher Ursache. Neben autoimmunologischen Prozessen können auch toxische Reaktionen auftreten. Die Beschwerden äußern sich meist in einer generalisierten Muskelschwäche.

Behandlung / Therapie (inkl. Besonderheiten der Therapie)

Die Behandlungen neuromuskulärer Erkrankungen orientieren sich an der Ursache. Für die meisten Fälle von Polyneuropathien müssen die Ursachen gefunden und nach Möglichkeit das schädigende Agens beseitigt werden. Eine Störung der neuro-muskulären Übertragung kann symptomatisch durch spezifische Medikamente gebessert werden. Aufgrund der Vielzahl der neuromuskulären Erkrankungen kann hier nicht ins Detail gegangen werden. Allen neuromuskulären Erkrankungen ist gemeinsam, dass physiotherapeutische Übungsbehandlungen zur unterstützenden Therapie durchgeführt werden sollten. Letztlich kann dies auch in vorsichtiger Eigenregie erfolgen.

Autor:
PD Dr. M. Liebetrau, Chefarzt der Abteilung für Neurologie, AGAPLESION EV. BATHILDISKRANKENHAUS